KOM legt Paket für faire Arbeitskräftemobilität vor

© European Union, 2026
Das am 15. September vorgestellte Fair Labour Mobility Package soll zur Erleichterung grenzüberschreitender Arbeitsmobilität innerhalb der EU beitragen und zugleich den Schutz der Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern stärken. Das Paket enthält insgesamt fünf Legislativvorschläge.
Geplant ist unter anderem ein Europäischer Sozialversicherungsausweis (ESSPASS). Künftig sollen Sozialversicherungsdokumente wie die A1-Bescheinigung digital beantragt, gespeichert und vorgelegt werden können. Auch Qualifikationen sollen standardisiert digital verfügbar und über ein EU Digital Identity Wallet nutzbar werden.
Ein neues EU-Instrument soll zudem den Vergleich von Qualifikationen zwischen den Mitgliedstaaten erleichtern. Die Anerkennung von Berufsqualifikationen in reglementierten Berufen soll durch digitale Verfahren deutlich beschleunigt werden. Vorgesehen ist eine Verkürzung der Verfahren von derzeit bis zu drei Monaten auf fünf Wochen. Für weitere Berufe mit Fachkräftemangel soll die automatische Anerkennung über gemeinsame Ausbildungsrahmen ausgeweitet werden. Auch die Anerkennung außerhalb der EU erworbener Qualifikationen soll durch gemeinsame Standards schneller und einheitlicher werden.
Zudem soll die Europäische Arbeitsbehörde (ELA) ein erweitertes Mandat zur Durchsetzung von Arbeitnehmerrechten und zur Bekämpfung von Missbrauch und illegaler Beschäftigung erhalten.
Die Maßnahmen sollen nach Zustimmung durch Rat und EP schrittweise umgesetzt werden. Merle Andraschko
